Beobachtung

Nicht die Zahlen ändern sich, sondern die Fragen dazu

Das Training verändert nicht die verwendeten Reporting-Tools oder Dashboards. Was sich verschiebt, ist der erste Impuls beim Lesen einer Kennzahl. Statt sofort nach einer Erklärung zu suchen, wird häufiger zunächst geprüft, ob überhaupt genug Information für eine Erklärung vorliegt.

Diese Verschiebung ist unauffällig, zeigt sich aber in Meetings oft an einer einzigen zusätzlichen Frage: Woran könnte es noch liegen?

Nahaufnahme eines Bildschirms mit mehreren Diagrammen zur Datenauswertung
Team diskutiert an einem Tisch über eine anstehende Entscheidung
Scheinkorrelationen

Von der schnellen Erklärung zur zweiten Betrachtung

Vor dem Training werden zwei parallel verlaufende Kurven häufig direkt miteinander verknüpft. Nach dem Training ist die zweite Betrachtung üblicher geworden: Gibt es einen dritten Faktor, der beide Werte gleichzeitig beeinflusst?

Diese Frage kostet wenig Zeit, verändert aber häufig, welche Maßnahme am Ende tatsächlich umgesetzt wird.

Survivorship Bias

Der Blick auf das, was fehlt

Berichte über erfolgreiche Projekte, Kampagnen oder Standorte enthalten selten Angaben darüber, was in derselben Zeit gescheitert oder eingestellt wurde. Nach dem Training wird in Auswertungen häufiger gezielt nachgefragt, welche Fälle aus der Betrachtung herausgefallen sind, bevor eine Schlussfolgerung gezogen wird.

Rezeptionsbereich eines Tourismusbetriebs mit Buchungsübersicht
Werkshalle mit Übersichtstafel zu Maschinenlaufzeiten
Bestätigungsfehler

Zahlen, die zur eigenen Meinung passen

Wenn eine Vermutung schon vor der Auswertung feststeht, werden passende Zahlen leichter gefunden als unpassende. Im Training wird geübt, bewusst nach Daten zu suchen, die der eigenen Annahme widersprechen könnten, bevor eine Entscheidung kommuniziert wird.

Regression zur Mitte

Warum auf einen Ausreißer oft wieder der Durchschnitt folgt

Ein außergewöhnlich starker oder schwacher Monat wird oft einer bestimmten Maßnahme zugeschrieben. Häufig folgt danach jedoch einfach wieder ein durchschnittlicher Wert, unabhängig davon, ob die Maßnahme fortgesetzt wurde oder nicht. Diese Möglichkeit wird nach dem Training öfter mitgedacht, bevor Erfolge vorschnell erklärt werden.

  • Genauere Betrachtung von Ausreißerwerten vor der Interpretation
  • Vergleich mit längeren Zeiträumen statt einzelner Monate
  • Zurückhaltendere Formulierungen in Erfolgsmeldungen
  • Häufigere Rückfragen bei ungewöhnlich guten Ergebnissen
  • Mehr Geduld, bevor Trends als bestätigt gelten
Zwei Personen vergleichen Kennzahlen auf einem Laptop im Büro

Diese Veränderungen selbst erleben

Der Ablauf und die verfügbaren Formate sind auf der Seite zur Anmeldung beschrieben.